Der Lernzirkel "Schall" entstand während des Sommersemesters 2000 im Seminar: Fächerverbindende Aspekte im Fach "Heimat- und Sachkunde" der Grundschule und dem Fach "Physik, Chemie, Biologie" der Hauptschule. Das Seminar wurde von den drei Fachdidaktiken Biologie, Chemie und Physik gemeinsam abgehalten. Die Studierenden sollten an einem Thema einen Unterrichtseinheit fächerverbindend gestalten.
Neben der vorgestellten Arbeit wurde auch ein Lernzirkel zum Thema "Sehen" entwickelt.
Die Arbeitsgruppen befaßten sich zunächst mit dem Lehrplan und erkundeten die Literatur. Nach der Auswahl der Versuche, wurden diese in den einzelnen Fachdidaktiken praktisch durchgeführt. Hier zeigten sich erste Unterschiede zwischen den aus der Literatur ausgewählten Beschreibungen und ihrer praktischen Durchführung. Notwendigen Verbesserungen wurden bei der Erstellung von Arbeitsblättern für die Schüler eingearbeitet. Beide Lernzirkel konnten dann im konkreten Schulversuch mit großem Erfolg an einer Hauptschule ausprobiert werden.
Das Unterrichtsprojekt "Schall als Mittel der Informationsübertragung" wurde als Lernzirkel angelegt, da der Lernzirkel, als alternative Unterrichtsform, gegenüber den herkömmlichen Lehrformen hier erhebliche Vorteile bringt. Im Lernzirkel werden verschiedene Schlüsselqualifikationen wie beispielsweise Teamfähigkeit, Toleranz, Kommunikation, Kreativität und Selbsttätigkeit in besonderem Maße gefördert. Die Schüler müssen sich alleine bzw. in der jeweiligen Gruppe etwas selbstständig erarbeiten. Dazu ist es nötig, sich in der Gruppe zu organisieren um gemeinsam etwas zu erreichen. Auch schwächere Schüler können besser integriert werden. Die Verantwortung, was gelernt wird liegt in größerem Maße bei der Gruppe bzw. beim einzelnen Schüler selbst. Durch das selbstständige Arbeiten und praktische Tun wird der Lernstoff viel intensiver durchdrungen und kann dadurch besser behalten werden. "Der Ursprung allen Denkens liegt im praktischen Tun" (Kerschensteiner).
Ein weiterer Punkt ist, dass eine solche Unterrichtsform wie hier der Lernzirkel wegen den vorher angesprochenen Punkte des praktischen Tuns und der Selbsttätigkeit auf die Schüler mehr motivierend wirkt. Er stellt eine Abwechslung zum "normalen Unterrichtsalltag" dar.
In dem vorgestellten Lernzirkel wird das Gehör als Sinnesorgan entdeckt und geschult. Auch die Konzentrationsfähigkeit wird bei den verschiedenen Stationen gefördert. Außerdem werden fächerübergreifende Aspekte zwischen Physik, Chemie und Biologie angesprochen.
Die gewählte Unterrichtsform erfordert vom Lehrer ein erheblich höheres Maß an Vorbereitungsarbeit. Um so mehr kann er sich dann während der Unterrichtsstunde als Beobachter, Berater und Helfer den Schülern zur Seite stellen. Eine intensivere Förderung von schwächeren Schülern, als dies im Frontalunterricht möglich ist, gelingt. Sowohl kognitive als auch soziale Lernzielklassen werden mit dem Lernzirkel erfasst. Den Kindern wird beispielsweise geholfen ihre Berührungsängste zu den naturwissenschaftlichen Fächern abzubauen. Wie vorher erwähnt, motiviert dieser Zirkel mehrt zum Umgang mit den gebotenen Sachverhalten. Außerdem werden durch das praktische Tun auch psychomotorische Fähigkeiten gefördert.
Die Schüler bearbeiten in Gruppen die einzelnen Stationen in beliebiger Reihenfolge:
Die Arbeitsblätter werden danach oder in der nächsten Stunde besprochen.
- Sender - Schallquelle - Empfänger
- Bedeutung des Hörens des Menschen
- Aufbau des Ohrs, natürlicher und künstlicher Schutz, Gefährdung durch Lärm - Lärmschutz
Literatur:
u.a. Zusammenhänge, Physik, Chemie, Biologie 6, Oldenbourg Verlag
Hier können Sie die
Stationskarten, die Textblätter und Arbeitsblätter und ihre Lösung (2 Mb) als pdf-File herunterladen.